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Bücher zum Orgel Lernen

Ein frohes Neues Jahr wünsche ich euch allen!

Hier eine Rezension und ein paar Fotos von meinem Konzert am 31. Dezember 2018 in St Josef, Bonn geschrieben von meinem guten Freund Klaus-Peter Voges.

FraserG St Josef

Nach dem Konzert

2018 klang in Bonn-Beuel an St. Josef aus mit dem letzten der Internationalen Orgelkonzerte 2018. Wie in jedem zweiten Jahr, führte uns Fraser Gartshore durch Aspekte des Jazz, die

man so selten zu Ohr bekommt. Wie immer zu Silvester war die Kirche bis zum letzten Platz gefüllt, und einige Zuhörer mussten auf der Chortribüne Platz nehmen.

Vorgestellt wurde die Musik von drei großen amerikanischen Komponisten, die in 2018 runde Geburtstage gehabt hätten: Scott Joplin (150 Jahre), George Gershwin (120 Jahre),

und Leonard Bernstein (100 Jahre). Daneben gab es Musik des schottisch-deutschen Komponisten Fraser Gartshore.

Die Stücke sind allesamt von Fraser für Orgel

adaptiert worden. Hilights: alle!

Aus der Vorbereitung des Konzerts hat Fraser auf Youtube ein schönes Video veröffentlicht:

FraserG Orgel

Fraser im Konzert

Beim „Wrong note rag“ jagte Fraser uns gleich am Anfang einen Schreck ein: war er schlecht vorbereitet und griff daneben? Aber Bernstein hatte dies in voller Absicht so komponiert.

Insbesondere Bernstein lässt sich auf der Oberlinger Orgel mit ihren vielen klanglichen Möglichkeiten sehr gut „orchestrieren“, denn diese Musik stammt ja aus Musicals mit

entsprechender Besetzung. „I feel pretty / America“ waren mehr als eine Collage, Fraser ließ die beiden Stücke unmerklich ineinander übergehen.

Joplin als Pianist stellte natürlich sein Instrument in den Vordergrund, aber auch das ließ sich mit Hilfe des zugeschalteten Synthesizers sehr gut darstellen. „The Entertainer“ erklang so auf E-Piano, unterlegt mit zarten Flöten aus der Orgel.

Gershwin’s vorgestellte Werke entstammen Musical und Oper. Die Collage der drei Stücke „I got plenty of nuttin‘“, „It ain’t necessarily so“, und „Bess, you is my woman now“ war ein

besonderer Höhepunkt des Konzerts, was auch die Zuhörer mitriss. Jedes der Stücke kam mit einem Spannungsbogen daher, unterstützt mit aufwändiger Registrierung, und super

gestalteten Übergängen. Also auch hier war es mehr als eine Collage, die Stücke entstanden

auseinander.

Fraser trat dann auch als Komponist in Erscheinung. In seinem „Harlem Story“ zeigte er uns, was in dem „Spieltisch mit eingebauter Magie“, wie er es nannte, alles steckt. Er kombiniert

die Hauptorgel, die hinter dem Altar versteckte Chororgel, und die elektronischen Register, die über Lautsprecher angespielt werden. Dies kam gut zur Geltung. Allerdings sind die

elektronischen Register eine Idee zu laut „intoniert“, daher waren die Lautsprecher auch diesmal hinter einer Säule angeordnet. Es ist jedenfalls beeindruckend zu hören, was man

aus der Kombination von klassischer Orgel und digitaler Technologie gestalten kann. Dies hatte auch schon Michael Bottenhorn in seinem Weihnachtskonzert gezeigt, und ein Jahr

zuvor Kalevi Kiviniemi bei seinem Silvesterkonzert.

„Jumping at the Organ“ ist ein Werk des jungen Gartshore, aus einer Wette heraus, man könne keinen Boogie für die Orgel schreiben. Nun, sehr überzeugend führte Fraser vor, dass

das geht, und er tanzte dann mit beiden Händen und führte die Melodie über die vier Manuale von oben bis unten, immer wieder.

In einer Tradition seiner Konzerte schloss Fraser die Zugabe gleich an: Zum Jahresausklang wurde wieder das schottische Traditional „Auld Lang Syne“ gespielt, zum Mitsingen gab es

den Text im Programm.

Wieder ein schöner Ausklang zum Ende des Jahres 2018. Allen nun viel Glück, Freude und Erfolg in 2019. Freuen wir uns auf die neue Serie mit Internationalen Konzerten an St. Josef.